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„Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“

N. Klöcker

In den vergangenen Wochen konnte im 3. Obergeschoss vor den Rechnerräumen wieder eine von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur konzipierte Ausstellung besichtigt werden, die sich mit dem Leben in einem autoritären Staat beschäftigte. Anlass war der 80. Jahrestag der Zwangsvereinigung von SPD und KPD im April 1946. Die zwanzig Tafeln der Ausstellung zeigten, wie tief die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands in das Leben der Menschen eingriff und weit mehr als eine politische Organisation war: Sie bestimmte Politik, Wirtschaft und Justiz ebenso wie den privaten Alltag. Die Ausstellung machte sichtbar, wie die Partei ihr Machtmonopol mit Hilfe von Polizei, Justiz und Staatssicherheit absicherte und zugleich ein System sozialer Abhängigkeiten und Gewöhnung schuf. Zugleich thematisiert sie die Widersprüche des Lebens in der Diktatur zwischen Überzeugung und Anpassung, Idealismus und Opportunismus. Der Wahlkurs „Politik und Zeitgeschichte“ hatte dazu ein Quiz konzipiert. Bei einer kleinen Preisverleihung erhielten die besten Teilnehmer „Zetti Knusperflocken“ oder „Pfeffi Bombons“ – DDR-Produkten nachempfundene Süßigkeiten.

SED-Ausstellung und Preisverleih

Am 15. Juli fand für die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe ein Zeitzeugengespräch mit Horst Böttge statt. In einem emotionalen und gleichsam informativen Vortrag berichtete der 90-jährige DDR-Zeitzeuge von der Verhaftung seines Bruders Richard durch die Stasi sowie von seiner eigenen Flucht am Vorabend des Mauerbaus im August 1961. Am Ende nahm er sich noch Zeit für Fragen der Schülerinnen und Schüler und betonte, wie wichtig gerade heute Zivilcourage ist.