N. Klöcker

Das Stadtarchiv und Gymnasium Miesbach freuen sich, eine neue Ausgabe der heimatkundlichen Publikationsreihe „Miesbacher Hefte“ vorstellen zu dürfen. Der Autor Leon Walther – ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums – studiert an der Ludwig-Maximilians-Universität München Lehramt für Gymnasien in den Fächern Englisch und Geschichte. Bei der Veröffentlichung handelt es sich um seine am Institut für Bayerische Geschichte entstandene Studienarbeit mit dem Titel „Arbeiterräume – Die Zahlstelle Miesbach des Fabrikarbeiterverbandes 19102-1914“.
Es hatten sich im Laufe des späten 19. Jahrhunderts entlang der Mangfall Papierfabriken aus vormaligen Mühlen gebildet. In diese strömten nun vielfach die Arbeiter, um in Lohn und Brot zu kommen. Zu Beginn mit wenig Rechten und vielen Pflichten beschwert, gelang es ihnen gegen Ende des Jahrhunderts, sich zu organisieren und damit auf ihre Arbeits- und Lebensbedingungen aufmerksam zu machen. Im Rahmen seiner Arbeit hat Walther ein im Stadtarchiv aufbewahrtes Protokollbuch des Fabrikarbeiterverbandes ausgewertet (siehe Foto).
Mit der Arbeit ist ein Milieu in den Mittelpunkt gerückt, dem – wohl durch Mangel an Quellen – bis dahin kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde: Den Fabrikarbeitern und ihrer Gewerkschaft in einem fern der großen Industriezentren sich entwickelnden Industriestandort in der oberbayerischen Provinz. Die Arbeit wurde mit zahlreichen Bildern aus dem Stadtarchiv ergänzt. Die intensiv recherchierte Studie lässt seine Protagonisten zu Wort kommen und entreißt sie somit dem Vergessen.
Das Heft ist für 6 € erhältlich im Waitzinger Keller, im Gymnasium Miesbach sowie im örtlichen Buchhandel.